SBF LernportalBinnen & See
Lernhilfen

Eselsbrücken und Beispiele

Die Merksätze sind Lernhilfen. Maßgeblich bleiben die amtlichen Regeln und die konkrete Prüfungsfrage.

1

Steuerbord und Backbord

Steuerbord ist rechts und grün; Backbord ist links und rot.

Die Seiten gelten immer in Fahrtrichtung mit Blick zum Bug. Steuerbordlicht ist grün, Backbordlicht rot.

Beispiel: Du stehst am Heck und schaust zum Bug: Deine rechte Hand zeigt nach Steuerbord.
Lichter & SichtzeichenGrundlagen
2

Luv und Lee

Luv liegt zum Luftzug, Lee liegt im Windschatten.

Luv ist die dem Wind zugewandte Seite. Lee ist die vom Wind abgewandte Seite.

Beispiel: Kommt der Wind von links, ist links Luv und rechts Lee.
SegelnWetter
3

Kreuzende Maschinenfahrzeuge

Kommt er von rechts, musst du weichen.

Das Maschinenfahrzeug, das das andere an seiner Steuerbordseite hat, ist ausweichpflichtig.

Beispiel: Siehst du das rote Backbordlicht des anderen quer voraus, liegt es typischerweise rechts von dir.
Ausweichen & KVR
4

Gegenkurs

Beide nach Steuerbord – Rot an Rot.

Zwei Maschinenfahrzeuge auf entgegengesetzten oder fast entgegengesetzten Kursen ändern beide nach Steuerbord.

Beispiel: Beide drehen nach rechts und passieren sich Backbordseite an Backbordseite.
Ausweichen & KVR
5

Überholen

Der Überholer hält sich raus.

Wer sich aus dem Hecklichtsektor nähert, muss ausweichen. Im Zweifel gilt man als Überholer.

Beispiel: Die Ausweichpflicht endet erst, wenn das andere Fahrzeug vollständig und klar passiert ist.
Ausweichen & KVR
6

Kurshalter

Kurs und Fahrt – bis Handeln nötig wird.

Der Kurshalter hält zunächst Kurs und Geschwindigkeit, darf aber bei erkennbarem Fehlverhalten des Ausweichpflichtigen handeln und muss beim letzten Augenblick handeln.

Beispiel: Kurshalter bedeutet nicht, stur bis zum Zusammenstoß weiterzufahren.
Ausweichen & KVR
7

Kollisionsgefahr

Peilung steht – Gefahr besteht.

Bleibt der Winkel zum anderen Fahrzeug gleich, während der Abstand kleiner wird, besteht Kollisionsgefahr.

Beispiel: Der andere bleibt optisch an derselben Stelle der Reling, wird aber größer.
Ausweichen & KVRNavigation
8

KVR-Lernreihenfolge

Unfähig – behindert – Fisch – Segel – Motor.

Als Lernhilfe: manövrierunfähige, manövrierbehinderte und fischende Fahrzeuge stehen vor Segel- und Maschinenfahrzeugen. Sonderregeln wie Überholen und enge Fahrwasser bleiben vorrangig.

Beispiel: Die Reihe ist keine absolute Vorfahrtstabelle, sondern eine Gedächtnisstütze.
Ausweichen & KVR
9

Manöverschallsignale See

Ein kurz rechts, zwei kurz links, drei kurz rückwärts.

Ein kurzer Ton: Kursänderung nach Steuerbord. Zwei kurze: nach Backbord. Drei kurze: Maschine arbeitet rückwärts.

Beispiel: Mindestens fünf kurze rasche Töne sind das Zweifel- oder Warnsignal.
SchallsignaleAusweichen & KVR
10

Binnen: vier kurze Töne

Vier kurz – manövrierunfähig.

Auf Binnenschifffahrtsstraßen zeigen vier kurze Töne die Manövrierunfähigkeit an.

Beispiel: Tagsüber kann zusätzlich eine rote Flagge, nachts ein rotes Licht im unteren Halbkreis geschwenkt werden.
SchallsignaleBinnenregelnSicherheit & Notfall
11

Binnen: fünf kurze Töne

Fünf kurz – Überholen nicht möglich.

Diese Bedeutung ist im Binnen-Fragenkatalog ausdrücklich anders als das Zweifel-/Warnsignal der Seeprüfung.

Beispiel: Achte bei Schallsignalfragen zuerst auf den Geltungsbereich.
SchallsignaleBinnenregeln
12

Nebelsignale

Fahrt durchs Wasser: einmal lang. Gestoppt: zweimal lang. Sonderfahrzeug: lang-kurz-kurz.

Die Signale werden bei verminderter Sicht mindestens in den vorgeschriebenen Abständen gegeben.

Beispiel: Ein Segelfahrzeug in Fahrt gibt lang-kurz-kurz.
SchallsignaleWetter
13

Tagessichtzeichen

Bälle bremsen – Kegel segelt – Rhombus macht den Schlepp lang.

Zwei Bälle: manövrierunfähig. Ball-Rhombus-Ball: manövrierbehindert. Drei Bälle: auf Grund. Kegel Spitze unten: Segel plus Motor.

Beispiel: Ein Ankerlieger führt tagsüber einen schwarzen Ball.
Lichter & Sichtzeichen
14

Nachtlichter Grundfahrzeuge

Red over green – sailing machine. White over red – pilot ahead.

Ein Segelfahrzeug darf zusätzlich rot über grün führen. Ein Lotsenfahrzeug im Lotsdienst führt weiß über rot.

Beispiel: Maschinenfahrzeug: Topplicht, Seitenlichter und Hecklicht.
Lichter & Sichtzeichen
15

Nachtlichter Sonderfahrzeuge

Rot über Rot – manövrierunfähig. Rot-Weiß-Rot – manövrierbehindert.

Die senkrechten Rundumlichter bilden ein gut merkbares Kennwort.

Beispiel: Auf Grund: Ankerlichter plus zwei rote Rundumlichter.
Lichter & SichtzeichenSicherheit & Notfall
16

Lateralzeichen System A

In Betonnungsrichtung: rot und stumpf an Backbord, grün und spitz an Steuerbord.

Deutschland nutzt IALA-System A. Die Zuordnung gilt in der festgelegten Betonnungsrichtung.

Beispiel: Spitz und Steuerbord beginnen beide mit S.
Seezeichen & Tonnen
17

Kardinalzeichen

Kegelspitzen zeigen auf Schwarz. Lichtzahlen stehen auf der Uhr.

Ost: 3 Blitze, Süd: 6 plus langer Blitz, West: 9, Nord: schnelle oder sehr schnelle Blitze ohne Unterbrechung.

Beispiel: Süd bekommt nach der 6 einen langen Schwanz, damit es nicht mit West 9 verwechselt wird.
Seezeichen & TonnenLichter & Sichtzeichen
18

Einzelgefahr, sicheres Wasser, Sonderzeichen

Zwei Bälle – zwei Blitze – Einzelgefahr. Gelbes X – Sonderzweck. Rote Kugel – ringsum sicher.

Einzelgefahr ist schwarz-rot mit zwei schwarzen Bällen. Mittefahrwasser ist rot-weiß mit roter Kugel. Sonderzeichen sind gelb mit gelbem X.

Beispiel: Die rote Kugel ist rund: rundherum ist sicheres Wasser.
Seezeichen & Tonnen
19

Zu Berg und zu Tal

Bergfahrt gegen die Strömung, Talfahrt mit der Strömung.

Auf staugeregelten Gewässern kann die Richtung amtlich festgelegt sein; die örtliche Regel hat Vorrang.

Beispiel: Der Bergfahrer fährt im Regelfall flussaufwärts.
Binnenregeln
20

Segelboote auf verschiedenen Seiten

Backbordbug weicht Steuerbordbug.

Haben Segelfahrzeuge den Wind von verschiedenen Seiten, weicht das Fahrzeug mit Wind von Backbord.

Beispiel: Der Wind kommt bei dir von links: Du hast Backbordbug und weichst dem Steuerbordbug aus.
SegelnAusweichen & KVR
21

Segelboote – Wind von derselben Seite

Luv weicht Lee.

Haben beide den Wind von derselben Seite, weicht das luvseitige Fahrzeug dem leeseitigen.

Beispiel: Das Boot näher am Wind ist luvseitig und muss ausweichen.
SegelnAusweichen & KVR
22

Segel plus Motor

Motor läuft zum Vortrieb – Segler wird Maschinenfahrzeug.

Ein Segelfahrzeug gilt als Maschinenfahrzeug, sobald es gleichzeitig Maschinenkraft zum Vortrieb benutzt.

Beispiel: Tagsüber zeigt es einen schwarzen Kegel mit der Spitze nach unten.
SegelnMotor & TechnikLichter & Sichtzeichen
23

Kursumwandlung

Vom Kompass zur Karte: Beschickungen dazu. Von der Karte zum Kompass: rückwärts rechnen.

Bei Navigation immer Vorzeichen, Missweisung und Ablenkung sorgfältig aus der konkreten Aufgabe übernehmen.

Beispiel: Eine Skizze mit KpK, MgK und rwK verhindert Vorzeichenfehler.
Navigation
24

Seekartenarbeit

Meilen am seitlichen Breitenrand – Kurse an der Kompassrose.

Entfernungen werden am seitlichen Kartenrand auf der passenden geografischen Breite abgenommen.

Beispiel: Position immer Breite zuerst, danach Länge notieren.
Navigation
25

Luftdruck und Wetter

Barometer fällt rasch – Wind und Wetter werden harsch.

Der Trend ist wichtiger als ein einzelner Messwert. Enge Isobaren bedeuten meist einen starken Druckgradienten und mehr Wind.

Beispiel: Tief gegen den Uhrzeigersinn, Hoch im Uhrzeigersinn – auf der Nordhalbkugel.
Wetter
26

Wind gegen Strom

Wind gegen Strom macht die Welle krumm – steil und brechend.

Gegenläufige Kräfte verkürzen und versteilen den Seegang, besonders in Seegaten und flachen Bereichen.

Beispiel: Bei Wind gegen Tidenstrom muss mit Brechern gerechnet werden.
WetterNavigation
27

Mensch über Bord

Rufen – Werfen – Zeigen – Wenden – Bergen.

Alarmieren, Rettungsmittel werfen, ständig zeigen, geeignetes Manöver fahren und kontrolliert bergen.

Beispiel: Nie mit laufendem Propeller dicht an die Person heranfahren.
Sicherheit & Notfall
28

Feuer und Gas

Brennstoff – Strom – Gas aus. Luft zum Feuer zu.

Energiezufuhr stoppen, Gas absperren, Luftzufuhr begrenzen und den Löscher auf die Verbrennungszone richten.

Beispiel: Bei Gasgeruch keine Schalter betätigen und gründlich lüften.
Sicherheit & NotfallMotor & Technik
29

Seenotsignale

Rot = Not. NC = Notfall. SOS = drei kurz, drei lang, drei kurz.

Seenotsignale dürfen ausschließlich im Seenotfall verwendet werden.

Beispiel: SOS ist symmetrisch und dadurch leicht zu merken.
Sicherheit & NotfallSchallsignale
30

Ankern

Viel Kette macht den Zug flach – flacher Zug hält den Anker wach.

Ankergrund, Tiefe, Wind, Strom, Schwojkreis und Abstand berücksichtigen. Der Zug am Anker soll möglichst flach sein.

Beispiel: Mit Peilungen zu festen Punkten prüfen, ob der Anker hält.
Ankern & Festmachen
31

Vor- und Achterspring

Vorspring vom Vorschiff nach achtern – Achterspring vom Achterschiff nach vorn.

Der Name richtet sich nach dem Befestigungspunkt am Boot, nicht nach der Richtung zum Land.

Beispiel: Die Vorspring verhindert hauptsächlich, dass das Boot nach vorn läuft.
Ankern & Festmachen
32

Radeffekt

Rechtsgängiger Propeller rückwärts: Heck tendenziell nach Backbord.

Das ist eine Tendenz; Rumpf, Wind, Strom und Propelleranordnung können das Verhalten verändern.

Beispiel: Bei langsamer Rückwärtsfahrt kann der Radeffekt stärker als die Ruderwirkung sein.
Motor & Technik
33

Knotenprüfung

Name, Zweck, sauber legen, festziehen, kontrollieren.

Gefragt werden typischerweise Achtknoten, Kreuzknoten, Palstek, Webeleinstek, Rundtörn mit zwei halben Schlägen und Belegen einer Klampe.

Beispiel: Beim Kreuzknoten müssen die beiden Enden auf derselben Seite aus dem Knoten laufen.
Ankern & FestmachenGrundlagen