SBF LernportalBinnen & See
Lernhilfen

Eselsbrücken und Beispiele

Die Merksätze sind Lernhilfen. Maßgeblich bleiben die amtlichen Regeln und die konkrete Prüfungsfrage.

Binnen

Binnen: Fahrrinne, Ufer, Tonnen und Blickrichtung

Binnenfragen trennen Bordseite, Fahrrinnenseite und Fahrtrichtung. Links/rechts an der Fahrrinne wird in Richtung Talfahrt gedacht; Bergfahrer sehen die Seiten praktisch umgekehrt.

Bordseiten
Vom Heck zum Bug schauen: Steuerbord rechts/grün, Backbord links/rot.
Fahrrinne
Der gekennzeichnete bzw. freigehaltene Fahrstreifen innerhalb des Fahrwassers.
Fahrwasser
Der für die durchgehende Schifffahrt bestimmte nutzbare Teil der Wasserstraße.
Linke Fahrrinnenseite
In Talfahrtrichtung links; grüne Spitztonnen oder grüne Schwimmstangen.
Rechte Fahrrinnenseite
In Talfahrtrichtung rechts; rote Stumpftonnen oder rote Schwimmstangen.
Bergfahrer-Trick
Bergfahrer fährt gegen die Leserichtung: seine Steuerbordseite kann die linke Fahrrinnenseite sein.
Spaltung
Rot-grün gestreifte Tonne/Schwimmstange: Fahrrinnenspaltung; Vorbeifahrt an beiden Seiten möglich, sofern nichts anderes angegeben ist.
Schallsignale
Nicht nach Gefühl: Länge und Anzahl zählen. Ein langer Ton ist z. B. ein Achtungs-/Warnanker; mehrere kurze Töne ändern die Bedeutung vollständig.
See

See: Betonnungsrichtung, Lichter, Körper und Manöversignale

Bei Seezeichen ist die Betonnungsrichtung der Blickanker, meistens von See kommend bzw. hafeneinwärts. Die Seite des Fahrwassers ist nicht automatisch deine aktuelle Bootsseite.

Betonnungsrichtung
Erst klären, aus welcher Richtung gelesen wird. Gegen die Betonnungsrichtung erscheinen rot/grün für dich vertauscht.
Backbord/Steuerbord
Bordseiten bleiben immer am Boot: Steuerbord rechts/grün, Backbord links/rot, Blick zum Bug.
Manövrierunfähig
Kann wegen außergewöhnlicher Umstände nicht ausweichen: zwei rote Rundumlichter oder zwei schwarze Bälle senkrecht.
Manövrierbehindert
Durch die Art des Einsatzes eingeschränkt: rot-weiß-rot oder Ball-Rhombus-Ball; bei Arbeiten/Baggern Passierseite beachten.
Tiefgangbehindert
Durch Tiefgang an die Fahrwassersituation gebunden: drei rote Rundumlichter oder schwarzer Zylinder.
Maschine + Segel
Segelboot mit laufender Maschine gilt als Maschinenfahrzeug; tagsüber schwarzer Kegel Spitze unten.
Manövertöne
Ein kurzer Ton = Kursänderung nach Steuerbord, zwei kurz = Backbord, drei kurz = Maschine rückwärts; fünf kurze = Zweifel/Gefahr.
Fahrwasser/Fahrrinne
Fahrwasser ist der Verkehrsraum; Fahrrinne ist der gekennzeichnete bzw. freigehaltene Streifen darin.
1

Steuerbord und Backbord

Steuerbord ist rechts und grün; Backbord ist links und rot.

Die Seiten gelten immer in Fahrtrichtung mit Blick zum Bug. Steuerbordlicht ist grün, Backbordlicht rot.

Beispiel: Du stehst am Heck und schaust zum Bug: Deine rechte Hand zeigt nach Steuerbord.
Lichter & SichtzeichenGrundlagen
2

Luv und Lee

Luv liegt zum Luftzug, Lee liegt im Windschatten.

Luv ist die dem Wind zugewandte Seite. Lee ist die vom Wind abgewandte Seite.

Beispiel: Kommt der Wind von links, ist links Luv und rechts Lee.
SegelnWetter
3

Kreuzende Maschinenfahrzeuge

Kommt er von rechts, musst du weichen.

Das Maschinenfahrzeug, das das andere an seiner Steuerbordseite hat, ist ausweichpflichtig.

Beispiel: Siehst du das rote Backbordlicht des anderen quer voraus, liegt es typischerweise rechts von dir.
Ausweichen & KVR
4

Gegenkurs

Beide nach Steuerbord – Rot an Rot.

Zwei Maschinenfahrzeuge auf entgegengesetzten oder fast entgegengesetzten Kursen ändern beide nach Steuerbord.

Beispiel: Beide drehen nach rechts und passieren sich Backbordseite an Backbordseite.
Ausweichen & KVR
5

Überholen

Der Überholer hält sich raus.

Wer sich aus dem Hecklichtsektor nähert, muss ausweichen. Im Zweifel gilt man als Überholer.

Beispiel: Die Ausweichpflicht endet erst, wenn das andere Fahrzeug vollständig und klar passiert ist.
Ausweichen & KVR
6

Kurshalter

Kurs und Fahrt – bis Handeln nötig wird.

Der Kurshalter hält zunächst Kurs und Geschwindigkeit, darf aber bei erkennbarem Fehlverhalten des Ausweichpflichtigen handeln und muss beim letzten Augenblick handeln.

Beispiel: Kurshalter bedeutet nicht, stur bis zum Zusammenstoß weiterzufahren.
Ausweichen & KVR
7

Kollisionsgefahr

Peilung steht – Gefahr besteht.

Bleibt der Winkel zum anderen Fahrzeug gleich, während der Abstand kleiner wird, besteht Kollisionsgefahr.

Beispiel: Der andere bleibt optisch an derselben Stelle der Reling, wird aber größer.
Ausweichen & KVRNavigation
8

KVR-Lernreihenfolge

Unfähig – behindert – Fisch – Segel – Motor.

Als Lernhilfe: manövrierunfähige, manövrierbehinderte und fischende Fahrzeuge stehen vor Segel- und Maschinenfahrzeugen. Sonderregeln wie Überholen und enge Fahrwasser bleiben vorrangig.

Beispiel: Die Reihe ist keine absolute Vorfahrtstabelle, sondern eine Gedächtnisstütze.
Ausweichen & KVR
9

Manöverschallsignale See

Ein kurz rechts, zwei kurz links, drei kurz rückwärts.

Ein kurzer Ton: Kursänderung nach Steuerbord. Zwei kurze: nach Backbord. Drei kurze: Maschine arbeitet rückwärts.

Beispiel: Mindestens fünf kurze rasche Töne sind das Zweifel- oder Warnsignal.
SchallsignaleAusweichen & KVR
10

Binnen: vier kurze Töne

Vier kurz – manövrierunfähig.

Auf Binnenschifffahrtsstraßen zeigen vier kurze Töne die Manövrierunfähigkeit an.

Beispiel: Tagsüber kann zusätzlich eine rote Flagge, nachts ein rotes Licht im unteren Halbkreis geschwenkt werden.
SchallsignaleBinnenregelnSicherheit & Notfall
11

Binnen: fünf kurze Töne

Fünf kurz – Überholen nicht möglich.

Diese Bedeutung ist im Binnen-Fragenkatalog ausdrücklich anders als das Zweifel-/Warnsignal der Seeprüfung.

Beispiel: Achte bei Schallsignalfragen zuerst auf den Geltungsbereich.
SchallsignaleBinnenregeln
12

Nebelsignale

Fahrt durchs Wasser: einmal lang. Gestoppt: zweimal lang. Sonderfahrzeug: lang-kurz-kurz.

Die Signale werden bei verminderter Sicht mindestens in den vorgeschriebenen Abständen gegeben.

Beispiel: Ein Segelfahrzeug in Fahrt gibt lang-kurz-kurz.
SchallsignaleWetter
13

Tagessichtzeichen

Bälle bremsen – Kegel segelt – Rhombus macht den Schlepp lang.

Zwei Bälle: manövrierunfähig. Ball-Rhombus-Ball: manövrierbehindert. Drei Bälle: auf Grund. Kegel Spitze unten: Segel plus Motor.

Beispiel: Ein Ankerlieger führt tagsüber einen schwarzen Ball.
Lichter & Sichtzeichen
14

Nachtlichter Grundfahrzeuge

Red over green – sailing machine. White over red – pilot ahead.

Ein Segelfahrzeug darf zusätzlich rot über grün führen. Ein Lotsenfahrzeug im Lotsdienst führt weiß über rot.

Beispiel: Maschinenfahrzeug: Topplicht, Seitenlichter und Hecklicht.
Lichter & Sichtzeichen
15

Nachtlichter Sonderfahrzeuge

Rot über Rot – manövrierunfähig. Rot-Weiß-Rot – manövrierbehindert.

Die senkrechten Rundumlichter bilden ein gut merkbares Kennwort.

Beispiel: Auf Grund: Ankerlichter plus zwei rote Rundumlichter.
Lichter & SichtzeichenSicherheit & Notfall
16

Lateralzeichen System A

In Betonnungsrichtung: rot und stumpf an Backbord, grün und spitz an Steuerbord.

Deutschland nutzt IALA-System A. Die Zuordnung gilt in der festgelegten Betonnungsrichtung.

Beispiel: Spitz und Steuerbord beginnen beide mit S.
Seezeichen & Tonnen
17

Kardinalzeichen

Kegelspitzen zeigen auf Schwarz. Lichtzahlen stehen auf der Uhr.

Ost: 3 Blitze, Süd: 6 plus langer Blitz, West: 9, Nord: schnelle oder sehr schnelle Blitze ohne Unterbrechung.

Beispiel: Süd bekommt nach der 6 einen langen Schwanz, damit es nicht mit West 9 verwechselt wird.
Seezeichen & TonnenLichter & Sichtzeichen
18

Einzelgefahr, sicheres Wasser, Sonderzeichen

Zwei Bälle – zwei Blitze – Einzelgefahr. Gelbes X – Sonderzweck. Rote Kugel – ringsum sicher.

Einzelgefahr ist schwarz-rot mit zwei schwarzen Bällen. Mittefahrwasser ist rot-weiß mit roter Kugel. Sonderzeichen sind gelb mit gelbem X.

Beispiel: Die rote Kugel ist rund: rundherum ist sicheres Wasser.
Seezeichen & Tonnen
19

Zu Berg und zu Tal

Bergfahrt gegen die Strömung, Talfahrt mit der Strömung.

Auf staugeregelten Gewässern kann die Richtung amtlich festgelegt sein; die örtliche Regel hat Vorrang.

Beispiel: Der Bergfahrer fährt im Regelfall flussaufwärts.
Binnenregeln
20

Segelboote auf verschiedenen Seiten

Backbordbug weicht Steuerbordbug.

Haben Segelfahrzeuge den Wind von verschiedenen Seiten, weicht das Fahrzeug mit Wind von Backbord.

Beispiel: Der Wind kommt bei dir von links: Du hast Backbordbug und weichst dem Steuerbordbug aus.
SegelnAusweichen & KVR
21

Segelboote – Wind von derselben Seite

Luv weicht Lee.

Haben beide den Wind von derselben Seite, weicht das luvseitige Fahrzeug dem leeseitigen.

Beispiel: Das Boot näher am Wind ist luvseitig und muss ausweichen.
SegelnAusweichen & KVR
22

Segel plus Motor

Motor läuft zum Vortrieb – Segler wird Maschinenfahrzeug.

Ein Segelfahrzeug gilt als Maschinenfahrzeug, sobald es gleichzeitig Maschinenkraft zum Vortrieb benutzt.

Beispiel: Tagsüber zeigt es einen schwarzen Kegel mit der Spitze nach unten.
SegelnMotor & TechnikLichter & Sichtzeichen
23

Kursumwandlung

Vom Kompass zur Karte: Beschickungen dazu. Von der Karte zum Kompass: rückwärts rechnen.

Bei Navigation immer Vorzeichen, Missweisung und Ablenkung sorgfältig aus der konkreten Aufgabe übernehmen.

Beispiel: Eine Skizze mit KpK, MgK und rwK verhindert Vorzeichenfehler.
Navigation
24

Seekartenarbeit

Meilen am seitlichen Breitenrand – Kurse an der Kompassrose.

Entfernungen werden am seitlichen Kartenrand auf der passenden geografischen Breite abgenommen.

Beispiel: Position immer Breite zuerst, danach Länge notieren.
Navigation
25

Luftdruck und Wetter

Barometer fällt rasch – Wind und Wetter werden harsch.

Der Trend ist wichtiger als ein einzelner Messwert. Enge Isobaren bedeuten meist einen starken Druckgradienten und mehr Wind.

Beispiel: Tief gegen den Uhrzeigersinn, Hoch im Uhrzeigersinn – auf der Nordhalbkugel.
Wetter
26

Wind gegen Strom

Wind gegen Strom macht die Welle krumm – steil und brechend.

Gegenläufige Kräfte verkürzen und versteilen den Seegang, besonders in Seegaten und flachen Bereichen.

Beispiel: Bei Wind gegen Tidenstrom muss mit Brechern gerechnet werden.
WetterNavigation
27

Mensch über Bord

Rufen – Werfen – Zeigen – Wenden – Bergen.

Alarmieren, Rettungsmittel werfen, ständig zeigen, geeignetes Manöver fahren und kontrolliert bergen.

Beispiel: Nie mit laufendem Propeller dicht an die Person heranfahren.
Sicherheit & Notfall
28

Feuer und Gas

Brennstoff – Strom – Gas aus. Luft zum Feuer zu.

Energiezufuhr stoppen, Gas absperren, Luftzufuhr begrenzen und den Löscher auf die Verbrennungszone richten.

Beispiel: Bei Gasgeruch keine Schalter betätigen und gründlich lüften.
Sicherheit & NotfallMotor & Technik
29

Seenotsignale

Rot = Not. NC = Notfall. SOS = drei kurz, drei lang, drei kurz.

Seenotsignale dürfen ausschließlich im Seenotfall verwendet werden.

Beispiel: SOS ist symmetrisch und dadurch leicht zu merken.
Sicherheit & NotfallSchallsignale
30

Ankern

Viel Kette macht den Zug flach – flacher Zug hält den Anker wach.

Ankergrund, Tiefe, Wind, Strom, Schwojkreis und Abstand berücksichtigen. Der Zug am Anker soll möglichst flach sein.

Beispiel: Mit Peilungen zu festen Punkten prüfen, ob der Anker hält.
Ankern & Festmachen
31

Vor- und Achterspring

Vorspring vom Vorschiff nach achtern – Achterspring vom Achterschiff nach vorn.

Der Name richtet sich nach dem Befestigungspunkt am Boot, nicht nach der Richtung zum Land.

Beispiel: Die Vorspring verhindert hauptsächlich, dass das Boot nach vorn läuft.
Ankern & Festmachen
32

Radeffekt

Rechtsgängiger Propeller rückwärts: Heck tendenziell nach Backbord.

Das ist eine Tendenz; Rumpf, Wind, Strom und Propelleranordnung können das Verhalten verändern.

Beispiel: Bei langsamer Rückwärtsfahrt kann der Radeffekt stärker als die Ruderwirkung sein.
Motor & Technik
33

Knotenprüfung

Name, Zweck, sauber legen, festziehen, kontrollieren.

Gefragt werden typischerweise Achtknoten, Kreuzknoten, Palstek, Webeleinstek, Rundtörn mit zwei halben Schlägen und Belegen einer Klampe.

Beispiel: Beim Kreuzknoten müssen die beiden Enden auf derselben Seite aus dem Knoten laufen.
Ankern & FestmachenGrundlagen